Ratgeber / Nicht erklärte Mieteinnahmen
Ich habe vermietet und nie erklärt. Was jetzt?
Das ist die häufigste erste Mail, die wir bekommen, und fast immer beginnt sie mit einer Entschuldigung. Die braucht es nicht. Tausende ausländische Eigentümer vermieten jahrelang eine italienische Immobilie, ohne eine Erklärung abzugeben — meist, weil es ihnen niemand gesagt hat: die Plattform behielt etwas ein, die Agentur übergab die Schlüssel, und aus Italien kam nie ein Brief.
Die nützliche Frage ist nicht, wie es dazu kam. Sie lautet: was kostet die Bereinigung heute, und was kostet sie, wenn Sie warten?
Der Mechanismus: ravvedimento operoso
Das italienische Recht kennt einen eigenen Weg zur freiwilligen Korrektur, das ravvedimento operoso. Sie reichen die fehlende Erklärung nach, zahlen die Steuer, und der Zuschlag wird gestaffelt reduziert — je früher Sie kommen, desto geringer. Entscheidende Bedingung: es muss geschehen, bevor die Agenzia delle Entrate oder die Gemeinde förmlich tätig wird. Danach ist die Tür zu und es gilt der volle Sanktionsrahmen.
Bis zu einem Jahr → weiterhin stark reduziert.
Mehrere Jahre → die Reduktion sinkt, bleibt aber weit unter der Festsetzung.
Nach dem Festsetzungsbescheid → keine Reduktion. Voller Zuschlag, Zinsen, Beitreibungskosten.
Wie ein typischer Dreijahresfall aussieht
Eine Wohnung am Lago Maggiore, langfristig für 12.000 € im Jahr vermietet, nie erklärt, IMU ebenfalls offen, Rendita catastale 700 €.
Werden dieselben drei Jahre stattdessen vom Finanzamt entdeckt, erreichen die Zuschläge die Steuer selbst oder übersteigen sie, zuzüglich Zinsen ab jedem ursprünglichen Fälligkeitstag und der Kosten, einen Bescheid zu verteidigen, den man in der Sache nicht gewinnen kann. Der Unterschied zwischen beiden Spalten ist in der Regel größer als ein Jahrzehnt unseres Honorars.
Drei Fehler an genau diesem Punkt
Annehmen, es sehe niemand. Vermietungsplattformen melden an die italienische Finanzverwaltung. Banken tauschen Kontodaten automatisch aus — innerhalb der EU, mit der Schweiz, Großbritannien und den USA. Versorgungsverträge, Kurtaxeregister und kommunale Kurzzeitvermietungs-Datenbanken zeigen alle auf dieselbe Adresse. Rückstände werden gefunden; offen ist nur wann.
Nur das letzte Jahr erklären, um „sauber anzufangen“. Eine einzelne frische Erklärung zu einer Immobilie mit sichtbarer Vermietungshistorie ist ein Signal, keine Lösung. Die offenen Jahre bleiben offen — jetzt mit einem Wegweiser darauf.
Auf einen ruhigen Moment warten. Jeder Monat kostet Zinsen und schiebt die Reduktion eine Stufe nach unten. Es gibt keine Variante, die durch Warten billiger wird.
Wie wir vorgehen
Sie senden uns Angaben zur Immobilie, die betroffenen Jahre und die vereinnahmten Mieten — keine Mieternamen, keine Plattform-Zugänge in diesem Stadium. Sie erhalten eine schriftliche Zahl zurück: Steuer, Zuschläge und Zinsen je Jahr sowie unser Honorar, bevor Sie irgendetwas entscheiden. Bei Auftrag reichen wir die fehlenden Erklärungen ein, wählen die Pauschalsteuer, wo sie noch möglich ist, berechnen und zahlen die IMU-Rückstände und übergeben Ihnen einen datierten Nachweis jeder Zahlung. Ab dem Folgejahr sind Sie schlicht ein normaler Mandant im Abo für 470 € im Jahr.
Ein Satz noch, deutlich gesagt: Das hier ist kein Beichtstuhl und keine Verhandlung mit dem Finanzamt. Es ist ein Verfahren mit veröffentlichten Regeln — und es funktioniert am besten früh und vollständig.
Nennen Sie uns die Jahre, nicht Ihren Namen
Schreiben Sie uns Immobilie, betroffene Jahre und ungefähre Mieteinnahmen. Sie erhalten eine schriftliche Einschätzung der Kosten einer Selbstanzeige — bevor Sie sich zu irgendetwas verpflichten.
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